SCHLAFSTÖRUNGEN MILDERN


Die letzten beiden Tage war der Mond mal wieder am nächsten an der Erde – ca. 363.000 km. Insofern stimmt diesmal der Eindruck, dass er riesig war. Erst im Mai kommenden Jahres wird das wieder der Fall sein. Dafür ist er schon in ca. 6 ½ Monaten wieder am weitesten entfernt – etwa 405.000 km. Das liegt daran, dass die Erde in seiner Ellipsenbahn nicht ganz zentrisch liegt.


 


Ich selber konnte auch nicht richtig schlafen, da sein Licht direkt auf mein Bett leuchtete. Weder Jalousie noch Vorhänge wollten mich weiterschlafen lassen. So begann ich zu grübeln. Die Gestirne haben sehr wohl Einfluss auf unsere Körper. So machte ich mir den Spaß mir mein Horoskop anzuschauen. Leider hat mich das noch mehr verwirrt – den Tag zuvor hätte mir alles gelingen sollen und heute rein gar nichts. Es war genau umgekehrt. Im Homeoffice gelang mit heute fast alles und tags zuvor habe ich ungewollt ein Oregano-Glas zerstört und in der Küche verteilt. Immerhin hat es nach dem Staubsaugen, auch im Wohnzimmer herrlich würzig nach Kräutern gerochen.


Strukturen schaffen


Meine Gedanken kreisten weiter. Das von der Mondoberfläche reflektierte Licht benötigt etwas mehr als eine Sekunde zur Erde. Von der Sonnenoberfläche ist das Licht bis dahin schon mehr als acht Minuten unterwegs. Vom Kern der Sonne zur Oberfläche benötigen die Photonen tausende, einige sogar Millionen von Jahren bis sie zur „Corona“ durchdringen – mal ganz nebenbei, das berühmte Virus hat seinen Namen vom schönen Leuchtkranz der Sonne, da es unter dem Mikroskop ebenso aussieht.



Ja Zeit ist etwas merkwürdig Relatives. Eine Freundin machte mich darauf aufmerksam, dass wir einen Monat zuvor den Vollmond gemeinsam von der anderen Seite der Erde aus gesehen hatten. Davon ist noch etwas in meinem Herzen übrig geblieben. So fiel es mir wie Schuppen von den Augen – benutze doch mal deine therapeutischen Schulungen für dich selbst! Okay… Was hat bisher geklappt?


Im Voraus Tagesstruktur anpassen


Nach unserer Rückkehr aus Südost-Asien hatte ich tatsächlich mit Jetlag zu kämpfen. Mir war gleich klar; mal nachmittags kein „Powernap“ Nickerchen machen. Kaffee, Cola, schwarzen und grünen Tee zum Abend meiden wie die Pest. Wenn die Müdigkeit kommt, Sport treiben, wenn man die Zeit hat – dann schüttet der Körper Cortisol, Adrenalin sowie im Anschluss Noradrenalin und Dopamin (Belohnungshormon) aus. Für den Moment bleibt man wach, das ist auch der Grund warum man unmittelbar vor dem Schlafengehen, keinen Sport treiben sollte. Wenn möglich sollten 2–3 Stunden Abstand, vor dem Zubettgehen bestehen.


      • tagsüber Sport treiben / jedoch kein Sport vorm Schlafengehen
      • möglichst gleiche Bettzeiten für den Biorhythmus
      • zum Abend hin Licht dimmen
      • keine Arbeit mit ins Bett nehmen
      • Arbeit und „Freizeit“ in getrennten Räumen/Orten
      • Traumtagebuch / Glückstagebuch führen

Durch die körperliche Betätigung wird als Gegengewicht, mit einem Abstand von 2 bis 3 Stunden (wenn es kein extremer Leistungssport ist) Melatonin ausgeschüttet, das macht uns müde. Unser Kreislauf und das Herz werden es uns auch danken, dass wir unser Blut wieder mehr in Bewegung gebracht haben.

Toll, jetzt habe ich das seit Wochen gemacht und kann nun ausgerechnet heute nicht schlafen… Hätte es mir genützt die Mondphasen zu studieren, wie ich es noch gemacht hatte als ich im Hobby Club der Berliner Archenhold-Sternwarte war? Eventuell – doch jetzt war es „zu spät“. Aber halt – meine Klienten frage ich doch auch immer – was sind Deine Alternativen und welche anderen Perspektiven gibt es noch für Dich?


Schlafstörungen mildern


Alternativen entwickeln


Na gut denke ich mir und nehme mir mein „Tagebuch“ und lasse meinen Gedanken freien Lauf. Eine meiner Lieblingsübungen ist es, eine Art Ideal von sich selbst zu schaffen mit dem man die „Realität“ neu beurteilen kann – was ist schon vorhanden und was darf noch kommen. Eine Imaginationsübung (ähnlich dem „Wohlfühlort“) die einen meditativen und selbst hypnotischen Charakter hat – welche man auch zur Beruhigung der Gedanken vor dem Schlafengehen getrost machen kann. So habe ich mich dann also in die diversen Ideale meiner selbst hinein begeben.


      • Gedanken aufschreiben (z.B. im Tagebuch)
      • Wohlfühlort imaginieren
      • kurze Meditation
      • Autogenes Training
      • Selbsthypnose

Vorsicht ist geboten, bei allen Übungen die einen wütend oder unzufrieden machen. Nicht verzweifeln, wenn es nicht gleich klappt. Der Körper schüttet sonst gleich wieder Adrenalin aus, um uns zu mobilisieren gegen mögliche Gefahren. Doch diese sind ja gar nicht vorhanden. Geben wir unserem Geist die Möglichkeit sich zu entspannen. So benutze ich das Aufschreiben der Ideale meiner selbst dazu, hineinzufühlen was meine Seele wahrhaftig will und ärgere mich nicht darüber, dass ich diese Ideale nicht erreicht habe – es sind Ideale, die kann man eventuell nie erreichen. Doch zeigen sie mir, was ich anstreben kann und was mich glücklich macht. Alles Übungen und Tätigkeiten, die sich auch in der aktuellen Krise bewältigen und umsetzten lassen.


Andreas Scholz | Heilpraktiker für Psychotherapie